Lage der Südstadt im Stadtgebiet |
Stadtplan der Südstadt von 2025freigegeben durch das Liegenschaftsamt Karlsruhe |
historischer Stadtplan der Südstadt von 1965 |
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Daten - Zahlen - Fakten
Fläche: 2,2049 km2
Einwohner: 20.000
Bevölkerungsdichte: 9.000/km2
Postleitzahl: 76137
Ursprünglich markgräflich badisches Kammergutgelände, um 1806 von der Stadt Karlsruhe erworben, als Gartengelände genutzt und bald in Augärten umgenannt. Die südlichen sumpfigen Wiesen wurden als Bademöglichkeit, im Winter als Schlittschuh-Bahn, aber auch zur Eisgewinnung für Karlsruher Brauereien genutzt. Die Augärten waren von 4 Wegen durchzogen, den Vorläufern der heutigen Süd- stadt-Straßen. Die jetzige Rüppurrer Straße bestand daneben als Kutschenweg. Parallel dazu floss der Floßgraben, auf dem Bauholz vom Albtal bis vor das Rüppurrer Tor geschwemmt wurde. Ca. 1880 wurde er zugeworfen.
An den Grenzen der Stadt Karlsruhe befanden sich in südlicher Richtung zwei Tore: das Ettlinger Tor und das Rüppurrer Tor.
Eine Wohnbebauung südlich der Stadttore war 1816 verboten worden. Einzelne Gebäude wurden jedoch genehmigt, so das Schützenhaus an der heutigen Schützenstraße, die Ackerbauschule am späteren Tivoli
- 1820 errichtete der Kunstgärtner und Stadtrat Männing mit einer Ausnahmegenehmigung zwischen Nowackanlage und Schützenstraße sein Garten- und Wohnhaus, er war der erste Südstädter.
- 1838 entstanden das Landesgestütsgebäude nach dem Plan von Heinrich Hübsch, die Wirtschaften „Zum Augarten“ im Weinbrennerstil und „Zum grünen Hof“, die Bleiche (östlich der Rüppurrer Straße - die Luisenstraße hieß früher Bleichstraße).
- 1841 Beginn der Bauarbeiten für die Eisenbahntrassen und den ersten Bahnhof. Gründung der „Gesellschaft von Gewerbetreibenden“, Vorläufer der Großherzoglich Badischen Staatsbahn-Werkstätten - danach Reichsbahn-Hauptwerkstätte, später nach dem 2. Weltkrieg das Bundesbahnausbesserungswerk. 1847 waren schon ca. 850 Arbeiter beschäftigt.
- 1843 wurde der erste Karlsruher Hauptbahnhof eingeweiht, er befand sich bis 1913 auf dem heutigen Theatergelände und ging von der Ettlinger- bis zur Rüppurrer Straße.
- Bis 1934 erfolgte der Abbruch der Gleisanlagen und der Anbau der Markthallen; diese wurden bis 1970 genutzt.
- 1847 wurde das Bauverbot für private Häuser in den Augärten aufgehoben, Die Südstadt entstand offiziell am 5. Juli 1847, man brauchte Wohnungen, damit begann die Besiedlung der 213 ha großen „Bahnhofsvorstadt“, in der auch ein Großteil der Bahnbediensteten wohnte.
- 1860 Die Baumeisterstraße (ursprünglich hieß sie Bahnhofstraße) ist die älteste Straße der Südstadt, erste Häuser entstehen dort.
- Um 1862 hatte die Südstadt schon 1000 Bewohner.
- bis 1874 stand das Rüppurrer Tor, am heutigen Mendelssohnplatz.
- 1874 entstand der Markt auf dem Herzen der Südstadt, dem Werderplatz.
- 1875 bis 1945 stand das Lehrerseminar II auf dem heutigen „Semi“- Gelände, im zweiten Weltkrieg wurde es zerstört. Auf dem gleichen Platz war von 1954 bis 1996 das Arbeitsamt, seit 2004/05 ist dort das Alten- und Pflegezentrum St. Anna.
- 1877 die erste Schule wurde in der Schützenstraße gebaut, die heutige Uhlandschule.
- 1888 Gründung der Bürgergesellschaft der Südstadt, sie ist damit der älteste Bürgerverein Karlsruhes.
- 1889 Einweihung der evangelischen Johanniskirche am Werderplatz.
- 1890 entstanden Ecke Baumeister- und Rüppurrer Straße ein Schülerhort, eine Kinderkrippe und die Volksküche. Die erste Volksküche gab allein im Jahr 1895 gegen ein geringes Entgelt 138.300 Essen an bedürftige Bürger aus.
- 1891 tritt in Karlsruhe erstmals die Wildwest-Schau von William Cody, genannt „Buffallo Bill“ auf, Zirkus-Unternehmen mit Indianer oder „Völkerschau“ traten öfter in der Nähe der Schützenstraße auf. Das und der Mut und die Freiheitsliebe der Indianer lösten die Indianer—Begeisterung der Südstädter aus.
- 1892 wird die Liebfrauenkirche als zweite katholische Kirche der Stadt eingeweiht.
- 1897 zählt die Südstadt 20000 Einwohner, das war ein Viertel der damaligen Bewohner Karlsruhes.
Durch die Eisenbahngleise war die Südstadt so von der Stadt abgeschnitten, dass ein Mitglied der Bürgergesellschaft mehr oder weniger scherzhaft beantragte, Bauland in den afrikanischen Kolonien zu erwerben, um die Südstadt umzusiedeln. - 1902 wird die Nebeniusschule vollendet und nimmt ihren Betrieb auf.
- 1913 fand dann tatsächlich die Einweihung des neuen, heutigen Hauptbahnhofes statt, die Südstadt war wieder „frei“.
- 1927 wurde auf dem Werderplatz der Indianerbrunnen, das Wahrzeichen der Südstadt, fertiggestellt, aber bereits 1925 ohne Indianerkopf. Anlass dazu war die Einrichtung einer öffentlichen Toilette im "Untergeschoss" des Brunnen.
- 1935-38 Die ehemalige Reichspost- später Oberpostdirektion wurde nach Plänen von Herrmann Billing erbaut, jetzt Verwaltungsgebäude der Volkswohnung.
- 1939-45 Im zweiten Weltkrieg haben Luftangriffe ca. 54% der alten Südstadt zerstört, in den folgenden Jahrzehnten wurde der Wiederaufbau durchgeführt.
- Ab ca. 1955 erfolgte die Realisierung des Grünzuges durch die Südstadt.
- in den 1960er Jahren Tieferlegung der Kriegsstraße, nach umfangreichem Neubau ist die Kriegsstraße seit 2022 Teil der Combilösung.
- 1975 Das Staatstheater wurde nach 5 Jahren Bauzeit eröffnet, Großes Haus mit 1000 Plätzen, Kleines Haus ca. 400 - 500 Plätze, der derzeitige Um— und Neubau wird noch mehrere Jahre andauern.
- ab 2000 entsteht die östliche Südstadt, Neubaugebiet auf dem früheren Bahngelände
Vor dem Neubau hatte der Stadtteil ca. 15000 Bewohner, danach ca. 20000 Personen
Die Chronlogie entstand mit freundlicher Unterstützung mit und Genehmigung von Ottmar Huber
Hier finden Sie eine Sammlung historischer Bilder aus der Südstadt und um die Südstadt herum ⇒ Link
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Eine Sammlung/Übersicht der Kunstwerke in der Südstadt finden Sie hier ⇒ Link



