Bürgertreff am 12. August
Ein etwas anderer Bürgertreff war das in diesem Monat: Wie schon zwei Mal im Vorjahr erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Baufortschritte der geplanten Kleingarten- und Sportanlage südlich der Stuttgarter Straße. Gesamtprojektleiter Rolf Basse und der Projektleiter für das Boden- und Kampfmittelmanagement, Benjamin Pfahler-Dorsch (Geschäftsführer Ingenieurbüro Roth & Partner GmbH, Karlsruhe), zeigten und erklärten uns die umfassenden Erdarbeiten:
Zunächst wird das abgeräumt, womit das Urgelände im Jahr 1945 aufgefüllt wurde – also Trümmer, Schrott, Erde usw. Dieser Aushub wird über ein Förderband zu einer Sichtungsstelle geführt und dort von einem Feuerwerker auf Munition und sonstige Kampfmittelrelikte untersucht. Was dort gefunden wird, wird nach Stuttgart zur Kampfmittelbeseitigungsanlage verbracht. Das übrige Material wird geschreddert und für den Wiedereinbau an Ort und Stelle aufbereitet.
Eine Schicht von 3,5 m muss abgeräumt werden, bis man die Geländeoberkante von 1945 erreicht. Von dieser Aushubsohle ausgehend wird der Untergrund auf Kampfmittel sondiert. Im Bereich des vorgesehenen Hochbaus, also des Vereinsheims und der Tennishalle, muss dies bis auf 6 m Tiefe geschehen, in den anderen Abschnitten (Sportanlagen, Kleingartenanlage) reicht eine Tiefensondierung bis 4 m aus.
Gezeigt wurde uns dies auf dem letzten so zu bearbeitenden Abschnitt, dem Bauabschnitt 3, das ist der in der Mitte gelegene: Riesige Steinhaufen, zum Teil noch mit der erkennbaren ursprünglichen Verwendung wie beispielsweise Fliesen oder bearbeitete Sandsteine, daneben Haufen mit bereits geschredderten Steinen, und im Hintergrund, möglichst weit weg von den Häusern an der Stuttgarter Straße, die Anlage zur Sortierung und Sichtung des gesamten Materials.
Eine besondere Herausforderung stellt das oberflächennahe Grundwasser dar. Dies wird ständig abgepumpt. Ein Teil wird zur Staubbindung genutzt. Überschüssiges Wasser wird vor Ort temporär für die Baumaßnahme versickert, nachdem die Untergrundbelastungen ausgeräumt sind.
Bis April 2027 sind die Arbeiten vorgesehen, dann steht das Gelände für die weitere Gestaltung zur Verfügung.
Zu Beginn des Treffens hatte Martina Hillesheimer, 1. Vorsitzende der BGS, berichtet, dass im Gemeinderat gerade zwei Wochen zuvor der Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan „Südlich Stuttgarter Straße“ gefasst worden war (mehr dazu und zur Situation insgesamt im nächsten RUDI).
Außerdem hatte sie einen kurzen Rückblick auf das Fest zum Jubiläum des Bücherschranks gegeben (auch dazu mehr im nächsten RUDI) und zum Sommerstammtisch im Wolfbräu am 2. September eingeladen.
Nach Ende der Führung und nach Beantwortung aller Fragen galt der Dank Herrn Pfahler-Dorsch und Herrn Basse. Schnell zerstreuten sich die Teilnehmer – sei es ins Kühle oder zu einem Beobachtungsposten für die Sonnenfinsternis nur kurze Zeit später.
MH

